Pränatale Forschungen über wechselweise Einflüsse zwischen Mutter und Embryo lassen behutsame Rückschlüsse zu, dass das reifende Leben bereits vor der Geburt ab einem gewissen Reifungsgrad mentale Erfahrungen erlebt: Wenn Irritationen durch einschneidende Veränderungen im Umfeld der Mutter schicksalshaft auf den Plan treten, so könnte sich dies über die Wahrnehmung des Föten von psychischen Spannungen der werdenden Mama, deren Blutdruck- und sonstig vegetativen Veränderungen – gegebenenfalls auch via Stresshormone über die Nabelschnur – im letzten Schwangerschafts-Drittel auf die ins Leben strebende Seele auswirken. Nun wäre es zu weit gegriffen, wenn wir später nach der Geburt dieses Menschen all seine Ünpässlichkeiten auf verantwortliche Auslöser vor der Geburt reduzieren würden. Unser Leben als Mensch wird indes kontinuierlich jeden Tag von allen möglichen Einflüssen geprägt, die die Verhaltensweisen, Empfindungen, Ängste, aber auch unser Vertrauen, unsere Tapferkeit und Zuversicht beeinflussen. Wir sollten dabei nicht Gefahr laufen, ständig in einer verunsicherten Haltung gegenüber Veränderungen im Leben nur Schlimmes zu befürchten. Wir werden zwar täglich mit Situationen konfrontiert, die unser Bedürfnis nach Sicherheit und Konstanz ins Wackeln bringen können, vielleicht gelingt es uns aber, in der Rückschau unseres bisherigen Lebens zu erkennen, dass die Schlüsse aus diesen Veränderungen das Potential inne haben, uns zu positiven Fortschritten zu führen.

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