Die besten Gedanken kommen mir, wenn ich mir´s gemütlich mache
„Ohne Fleiß kein Preis“ – dieses Sprichwort bekam ich besonders von meiner Mutter bereits in die Wiege gelegt. Und klar: Wir Menschen müssen uns im Verlauf unserer Existenzsicherung im Erwachsenwerden entscheiden, wie wir unsere Brötchen im Leben verdienen wollen. Andererseits sind für mich diesbezüglich die Hierarchien in Besitz und Ansehen mit zunehmendem Alter stetig uninteressanter geworden. Ja ich empfinde mitunter sogar Mitleid mit Personen, die z.B. hohe politische Ämter bekleiden, die sie aber aufgrund einer wackeligen Globalsituation kaum mehr souverän zu managen in der Lage sind – schauen wir uns doch mal um, welches Land oder welcher Staat uns noch demokratisch und sozial verlässlich sicher erscheint. Meine Phantasien hinsichtlich tragischer Individuen wie Elon Musk, der wahrscheinlich tief depressiv gefährdet wäre, falls sein bisher pralles Leben als reichster Mann der Welt ihm aufgrund einer schweren Erkrankung zu entgleiten drohen würde, möchte ich nicht weiter vertiefen. Nach fünfzig überwiegend selbständigen Berufsjahren bin ich nun dankbar in einer Verfassung, die mein Leben immer noch ein wenig mehr zu vereinfachen sucht. Ich fühle mich überaus wohl, wenn ich Schuhe und alte Autos von meinen Kindern „auftragen“ kann. In unserem ehemals reichlich mit Leben gefüllten Domizil stehen mir mittlerweile zwei eigene Zimmer zu, ein Luxus ohnegleichen, den ich dankbar als „mein Reich“ dafür nutze, es mir öfters so gemütlich wie möglich zu machen. Und dann schlüpfen Gedanken in mich hinein, die mir das Schreiben von Artikeln wie diesen ermöglichen.
Detti-Lama, das Phantom aus Lützelbach ("Mer weiß, dasses en gibt, awwer mer weiß nie, woer grad steckt.")