Auf die Frage „Meister, wie oft muss ich meinem Feind verzeihen – siebenmal?“ antwortet Jesus laut Neuem Testament „Nicht siebenmal, sondern siebenmal siebzig mal.“ Ja und dann jagt Jesus – sogar wohl unter Androhung körperlicher Rüge – die Händler und Geld-Verleiher aus dem Tempel. Irgendwie erscheinen diese zwei Beispiele doch widersprüchlich. Vielleicht steckt andererseits eine unterschiedliche Motivation hinter der Rache an Feinden oder dem Säubern eines heiligen Bereichs von Geschäftemachern und Betrügern. In meinem Fall tat ich mich in der Vergangenheit oftmals schwer damit, mich vor Menschen zu schützen, die nicht aus Zuneigung und Achtung mit mir zu tun haben wollten, sondern mich ausschließlich nur für ihre Zwecke einspannten. Nach langer, intensiver Übung des „Nein-Sagens“ vor dem Spiegel hatte ich schließlich Klarheit, zu wem ich aufgrund zahlreicher
Enttäuschungen kein Vertrauen mehr hatte. Es wurde dann noch etwas schwierig, meinerseits die Verbindung zu besagten „Gefühlsausbeutern“ zu kappen, aber letztendlich konnte ich mich schließlich von deren Lasso´s doch befreien. Und das fühlte sich wirklich sehr befreiend an. Einzig der Versuch, mir nach Veröffentlichung meines Artikels über Vergebung ein schlechtes Gewissen ob meiner angeblich gegensätzlichen Meinung in punkto Theorie des Schreibens einerseits und Handeln ihnen gegenüber andererseits einzureden, erforderte noch ein Quäntchen Arbeit an meiner mir selbst erteilten Erlaubnis, dass ich sehr wohl dabei bleiben darf zu vertreten, was ich möchte und was nicht.

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